300 mal dem Fandom auf die Finger geschaut

Vor wenigen Tagen ist die dreihunderste und damit wie schon vor über einem Jahr angekündigt letzte Ausgabe des Phantastik-Magazins »Fandom Observer« erschienen. Fünfundzwanzig Jahre lang jeden Monat eine Ausgabe zu veröffentlichen, das ist schon eine beachtliche Leistung.

Und auch wenn ich Verständnis dafür habe, dass die Luft raus ist, so finde ich es doch traurig, am Monatsanfang nicht mehr die zusammengetackerten Din-A-4-Seiten aus dem Briefkasten zu ziehen. Ich war zwar höchstens ein zehntel seiner Lebensdauer Leser des »Fandom Observer«, aber in dieser Zeit habe ich jede Ausgabe genossen. Auch wenn man heutzutage jede Information problemlos im Internet findet, so war es doch schön, das Papier einfach in die Hand nehmen und bequem auf dem Sofa oder dem Balkon lesen zu können.

Daher möchte ich mich bei allen, die an der Entstehung beteiligt waren, herzlich bedanken, dass sie zumindest so lange durchgehalten haben, dass ich mich noch in die Schar der Leser einreihen konnte.

Und jedem, der den »Fandom Observer« noch nicht kennt, sei angeraten, sich noch schnell ein paar PDF-Ausgaben von der Webseite zu laden. Die Internet-Aktivitäten des Teams werden schon rapide reduziert.

Zur Abschiedsausgabe selbst kann ich noch nichts sagen (außer, dass ich auch einen Artikel eingereicht habe), da ich noch auf meine Druckausgabe warte, anstatt mir das PDF zu laden. So wie ich es jeden Monat in den letzten drei Jahren gemacht habe.

Noch ein letztes Mal die Vorfreude ein wenig auskosten und dann mit dem »Fandom Observer« gemütlich auf den Balkon setzen.

Papier ist geduldig. Wir lesen uns anderswo!

Gedanken zum Abschied

Gestern Abend, beim Zwischenstopp im Internet auf dem Weg ins Bett, las ich die Nachricht, dass Andreas Kuschke alias Jaktusch, mit dem ich die letzten drei Jahre im Moderationsteam des SF-Netzwerks zusammengearbeitet hatte, vor wenigen Tagen gestorben ist.

Ich habe Andreas nie kennengelernt. Ich wusste nicht, wie er aussah. Ich wusste nicht, wie sein Lachen klang. Ich wusste nicht, wie fest sein Handschlag war.

Unser Versuch, uns persönlich zu treffen, scheiterte zunächst daran, dass ich meine Angst vor unbekannten sozialen Situationen nicht zu überwinden vermochte, dann daran, dass er von persönlichen Angelegenheiten eingespannt war und schließlich verloren wir das Vorhaben ein wenig aus den Augen. Es gab viel anderes zu tun und es eilte ja nicht.

Aber ich kannte Andreas. Ich kannte sein nordisches Naturell und seinen leisen Humor, seine Zuverlässigkeit und sein Verantwortungsbewusstsein. Wenn ihm eine Sache am Herzen lag, dann übernahm er auch die Aufgaben, die ihm vielleicht weniger zusagten und war bereit, sich neue Welten zu erschließen.

Ich weiß, dass er das Meer mochte, dem HSV die Daumen drückte, Bob Dylan hörte und Perry Rhodan über alle Höhen und Tiefen hinweg die Treue hielt.

Viel wichtiger aber: ich weiß, dass er an das Gute im Menschen glaubte, dass er jedem die Freiheiten zubilligte, die derjenige benötigte und dass jeder von ihm die notwendigen Chancen erhielt, aus seinen Fehlern zu lernen.

Wann immer wir hinter den Moderationskulissen über Vorkommnisse im Forum diskutierten, dann lagen er und ich ganz natürlich auf einer Wellenlänge. Ein fast unheimliches Verständnis herrschte zwischen uns, bei dem wir blind davon ausgehen konnten, dass wir die Meinung teilen würden.

Nur ein einziges Mal herrschte ein wenig Missstimmung zwischen uns, die meinem Starrsinn zu verdanken war, aber für die Andreas die Schuld bei sich suchte. Ein Konflikt in drei Jahren. Was kann der schon für eine Bedeutung haben?

Eine unermessliche, weil jetzt niemals die Gelegenheit bestehen wird, ihn aufzulösen, obwohl das mit wenigen Worten hätte geschehen können. Es gab viel anderes zu tun und es eilte ja nicht.

»Man erwirbt keine Freunde, man erkennt sie«, stand als Signatur unter jedem von Andreas’ Forenbeiträgen.

Ich fühlte mich bei Andreas stets erkannt. Er fehlt mir schon jetzt.

»Operation Heal« für den Deutschen Science-Fiction-Preis nominiert

Wow, die letzte Woche hat mich noch mal in neue Sphären geschossen.

Nach der Nominierung für den Kurd-Laßwitz-Preis und dem Interview, das Michael Schmidt mit mir geführt hat, kam dann auch noch die Nachricht, dass »Operation Heal« auch in der Katergorie »Beste deutschsprachige Kurzgeschichte« für den Deutschen Science-Fiction-Preis nominiert wurde. Gleich zwei Nominierungen, das ist der Hammer finde ich. 

(Darüber hinaus bekam ich auch noch das Angebot, an einem Projekt mitzuarbeiten, worüber ich mich sehr gefreut habe. Ich gehe davon aus, dass ich dabei viel lernen kann, auch wenn es eher eine Funktion im Hintergrund sein wird.)

Alle weiteren Nominierten, denen ich an dieser Stelle herzlich gratuliere, findet ihr unter:

Bekanntgabe der DSFP-Nominierungen 2014 | Science Fiction Club Deutschland e. V..

Die nächsten Wochen und Monate bis zur Bekanntgabe der KLP- und DSFP-Preisträger werden auf jeden Fall spannend.

Ich wurde interviewt

Und zwar von Zwielicht-Herausgeber Michael Schmidt. Es geht um die KLP-Nominierung für »Operation Heal«, meinen Zwielicht-Beitrag »Jenseits der Tür« sowie ums Lesen und Schreiben im Allgemeinen. Aber lest selbst: http://defms.blogspot.de/2014/04/merlin-thomas-interview.html

Zum Stand der Schreibdinge X

Was hat sich seit der IX getan? So einiges. Das meiste hatte ich aber schon beim letzten Mal angerissen.

In Kurzfassung: zwei Belegexemplare sind bei mir eingetrudelt, ein weiteres ist auf dem Weg. Und ich habe vier Geschichten für zwei Ausschreibungen eingereicht.

En détail:

  • Das Belegexemplar zu »Zwielicht 3«, herausgegeben von Michael Schmidt, verlegt von Erik Schreiber bei Saphir im Stahl hat ein fantastisches Titelbild von Björn Ian Craig, einen Umfang von über 420 Seiten, auf denen sich 16 Geschichten und 6 Artikel tummeln und einen Preis von lächerlichen 9,95 Euro. Wer da nicht zuschlägt ist selbst schuld. Hier findet ihr mehr Informationen und hier eine Leseprobe meines Beitrags »Jenseits der Tür«. Weiterlesen